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Referrer-Policy: Fehlenden Header setzen und URL-Lecks vermeiden

Ohne Referrer-Policy-Header gibt Ihr Browser beim Seitenwechsel unter Umständen die volle URL an fremde Websites weiter. So begrenzen Sie diese Weitergabe.

Security-Header3 Min. LesezeitVeröffentlicht am Aktualisiert am
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Fehlt der Referrer-Policy-Header, überlässt eine Website dem Standardverhalten des Browsers, wie viel von der eigenen URL beim Wechsel zu einer anderen Domain weitergegeben wird. EverAudit meldet das als Befund in der Kategorie „Security-Header".

Was ist das Problem?#

Klickt ein Besucher auf einen Link zu einer fremden Website, schickt der Browser standardmäßig die URL der aktuellen Seite als „Referrer" mit — sichtbar für den Betreiber der Zielseite, etwa in dessen Server-Logs oder Analytics-Daten. Ohne explizite Steuerung entscheidet ausschließlich das Browser-Standardverhalten, wie detailliert diese Information ist.

Der Header sieht so aus:

Referrer-Policy: strict-origin-when-cross-origin

Dieser Wert begrenzt die Weitergabe: Innerhalb der eigenen Domain wird die vollständige URL übertragen, bei Wechseln zu einer fremden Domain dagegen nur die Ursprungsdomain selbst — ohne Pfad, Parameter oder Fragmente.

Warum prüft EverAudit das?#

EverAudit prüft bei jeder gecrawlten Seite, ob ein Referrer-Policy-Header gesetzt ist. Fehlt er, wird das gemeldet, weil damit unklar bleibt, wie viel URL-Information beim Verlassen der Seite an Dritte — etwa eingebundene Werbenetzwerke, Social-Buttons oder externe Links — weitergegeben wird.

Der Befund ist besonders relevant bei URLs mit sprechenden Pfaden oder Query-Parametern, etwa internen Suchergebnisseiten, personalisierten Links oder Formular-Bestätigungsseiten, deren Adresse selbst schon Informationen preisgibt.

Welche Auswirkung hat das?#

Ohne explizite Referrer-Policy kann die vollständige, aktuell aufgerufene URL an jede verlinkte externe Seite weitergegeben werden — inklusive aller Pfadsegmente und Query-Parameter. Enthält eine URL etwa eine interne Suchanfrage, einen Session-Bezug oder sonstige Details, gelangen diese Informationen an den Betreiber der Zielseite, ohne dass der eigentliche Website-Betreiber das kontrolliert.

Für Besucher bedeutet das einen unnötigen Kontrollverlust über Details, die sie selbst nicht bewusst preisgeben wollten. Für Website-Betreiber ist es ein Datensparsamkeits-Thema: Je genauer eine URL beschreibt, was ein Nutzer gerade tut, desto eher lohnt sich eine strengere Referrer-Policy, um diese Details nicht ungefragt an Dritte weiterzureichen.

Wie beheben Sie das?#

Setzen Sie den Header zentral am Server, CMS-unabhängig:

  • Nginx: add_header Referrer-Policy "strict-origin-when-cross-origin" always;
  • Apache: Header always set Referrer-Policy "strict-origin-when-cross-origin"
  • Node/Express: res.setHeader('Referrer-Policy', 'strict-origin-when-cross-origin') oder per helmet.
  • HTML-Alternative: <meta name="referrer" content="strict-origin-when-cross-origin"> — funktioniert, ist aber weniger robust als ein echter Response-Header, da er im HTML leicht übersehen oder überschrieben werden kann.

Für die meisten Websites ist strict-origin-when-cross-origin ein guter Ausgangswert. Enthalten Ihre URLs regelmäßig sensible Details in Pfad oder Query-String, kann auch der strengere Wert strict-origin (nur die Domain, nie Pfad oder Parameter, auch nicht innerhalb der eigenen Seite) oder no-referrer (gar keine Weitergabe) sinnvoll sein — je nachdem, ob Sie selbst noch auf Referrer-Daten in der eigenen Analytics angewiesen sind.

Fazit#

Die Referrer-Policy entscheidet, wie viel von Ihrer URL beim Seitenwechsel an Dritte weitergegeben wird. Ein einzeiliger Header genügt, um von einem unkontrollierten Standardverhalten zu einer bewusst gewählten, datensparsamen Einstellung zu wechseln.

Häufige Fragen

Was ist der Referrer bei einem Seitenaufruf?

Der Referrer ist die URL der zuvor besuchten Seite, die der Browser beim Klick auf einen Link automatisch an die Zielseite mitschickt — etwa als Header oder in Analytics-Daten der Zielseite.

Was passiert ohne gesetzte Referrer-Policy?

Ohne expliziten Header greift das Standardverhalten des Browsers, das die vollständige aufrufende URL beim Wechsel zu einer anderen https-Domain mitschickt — inklusive aller darin enthaltenen Parameter und Pfadsegmente.

Welchen Wert sollte die Referrer-Policy typischerweise haben?

strict-origin-when-cross-origin gilt als solider Standardwert: Innerhalb der eigenen Domain wird die volle URL übertragen, bei Wechseln zu fremden Domains dagegen nur die Ursprungsdomain ohne Pfad und Parameter.

Kann eine URL selbst vertrauliche Informationen enthalten?

Ja, häufig stecken in URLs Suchbegriffe, interne Seitenpfade, Session- oder Tracking-Parameter oder sogar personenbezogene Kennungen in Query-Strings — genau diese Details gelangen ohne Referrer-Policy potenziell an Dritte.

EverAudit Redaktion

Fachredaktion für Web-Qualität, Barrierefreiheit und DSGVO. Wir prüfen jeden Ratgeber gegen die Kriterien unserer Audit-Engine.