Aussagekräftige Linktexte schreiben: Ankertexte für SEO & Barrierefreiheit
Links ohne Text oder mit „hier klicken" erschweren die Orientierung für Nutzer und Suchmaschinen. So formulieren Sie klare, zielgenaue Linktexte für Besucher und Google.
Inhaltsverzeichnis
Aussagekräftige Linktexte schreiben: Ankertexte für SEO & Barrierefreiheit
Ein Link besteht aus zwei Teilen: dem Ziel (die URL) und dem Ankertext, den Besucher tatsächlich sehen. Während das Ziel technisch korrekt sein muss, wird der Ankertext im Alltag oft vernachlässigt — mit „hier klicken", „mehr" oder gar keinem sichtbaren Text. Für Besucher, Suchmaschinen und besonders für Nutzer von Vorlese-Software macht das einen spürbaren Unterschied.
Was ist das Problem?#
EverAudit unterscheidet zwei verwandte Befunde:
anchor-text-missing— der Link hat überhaupt keinen sichtbaren Text oder zugänglichen Namen. Das betrifft etwa Icon-Links ohne Beschriftung oder Bild-Links ohne aussagekräftigen Alt-Text.anchor-text-non-descriptive— der Link hat Text, aber dieser Text sagt nichts über das Ziel aus. Klassiker sind „hier klicken", „mehr erfahren", „weiter" oder „Link".
Beide Varianten haben gemeinsam: Wer nur den Linktext liest — sei es beim schnellen Überfliegen einer Seite oder beim Durchgehen einer Linkliste per Screenreader —, kann nicht erkennen, was ihn hinter dem Link erwartet.
Warum prüft EverAudit das?#
EverAudit analysiert für jeden Link auf einer gecrawlten Seite den sichtbaren Text beziehungsweise den zugänglichen Namen (inklusive aria-label und Alt-Text bei Bild-Links). Fehlt dieser Text vollständig, wird anchor-text-missing gemeldet. Ist Text vorhanden, aber gehört er zu einer Liste bekannter generischer Formulierungen ohne Bezug zum Linkziel, wird anchor-text-non-descriptive gemeldet. Beide Prüfungen laufen automatisch bei jedem vollständigen Website-Crawl mit.
Welche Auswirkung hat das?#
Für Besucher: Unklare Linktexte erschweren die schnelle Orientierung auf einer Seite. Wer eine Website überfliegt, um das gesuchte Angebot zu finden, muss bei generischen Linktexten den umgebenden Text mitlesen, um zu verstehen, wohin ein Link führt.
Für Nutzer von Vorlese-Software: Screenreader bieten eine Funktion, sich alle Links einer Seite isoliert als Liste vorlesen zu lassen — ein gängiges Muster, um sich schnell einen Überblick zu verschaffen. Eine Liste aus mehreren „hier klicken"-Einträgen ist in diesem Kontext praktisch nutzlos.
Für SEO: Suchmaschinen werten den Ankertext als zusätzliches inhaltliches Signal für die verlinkte Seite. Generische Linktexte verschenken dieses Signal, während präzise, thematisch passende Linktexte zur besseren inhaltlichen Einordnung beitragen.
Wie beheben Sie unklare oder fehlende Linktexte?#
- Das Linkziel im Text benennen. Statt „Mehr erfahren" konkret formulieren, worum es geht: „Unsere Preisübersicht ansehen" oder „Datenschutzerklärung lesen".
<!-- Vorher --> <a href="/preise">Hier klicken</a> <!-- Nachher --> <a href="/preise">Unsere Preise im Überblick</a> - Icon-Links beschriften. Trägt ein Link nur ein Icon, einen zugänglichen Namen per
aria-labelergänzen:<a href="/warenkorb" aria-label="Warenkorb öffnen"> <svg aria-hidden="true">…</svg> </a> - Bild-Links mit passendem Alt-Text versehen. Der Alt-Text eines verlinkten Bildes sollte das Linkziel beschreiben, nicht nur das Bildmotiv:
<a href="/team"> <img src="team-foto.jpg" alt="Zu unserem Team-Profil" /> </a> - Generische Formulierungen im Content-Team ausschließen. Eine kurze Redaktionsregel — „kein 'hier klicken', kein 'mehr'" — verhindert, dass das Problem laufend neu entsteht, unabhängig vom verwendeten CMS.
- Länger fließende Texte prüfen. Bei Inline-Links im Fließtext den verlinkten Textausschnitt selbst so wählen, dass er thematisch zum Ziel passt, statt nur ein einzelnes Wort wie „hier" zu verlinken.
Fazit#
Aussagekräftige Linktexte kosten in der Content-Erstellung kaum mehr Aufwand als generische Floskeln, verbessern aber gleichzeitig Orientierung, Barrierefreiheit und die inhaltliche Einordnung durch Suchmaschinen. EverAudit findet fehlende und unklare Linktexte automatisch bei jedem Audit-Lauf, sodass sich das Problem gezielt und ohne manuelles Durchsuchen der gesamten Website beheben lässt.
Häufige Fragen
Warum ist „hier klicken" ein schlechter Linktext?
„Hier klicken" beschreibt nicht, wohin der Link führt. Weder Besucher noch Suchmaschinen erfahren aus dem Text, welcher Inhalt sie beim Klick erwartet, und Nutzer von Vorlese-Software, die sich eine Liste aller Links auf einer Seite vorlesen lassen, hören nur eine Reihe bedeutungsloser „hier klicken"-Einträge.
Was ist der Unterschied zwischen fehlendem und nicht-aussagekräftigem Ankertext?
Fehlender Ankertext (anchor-text-missing) bedeutet, der Link hat gar keinen sichtbaren Text oder zugänglichen Namen — etwa ein reines Icon ohne Beschriftung. Nicht-aussagekräftiger Ankertext (anchor-text-non-descriptive) bedeutet, der Link hat zwar Text, dieser verrät aber nichts über das Ziel, wie bei „mehr" oder „hier".
Wie lang sollte ein guter Linktext sein?
Ein guter Linktext ist so lang wie nötig, um das Ziel eindeutig zu benennen, meist zwei bis sechs Wörter. Wichtiger als die Länge ist, dass der Text auch ohne umgebenden Satzkontext verständlich bleibt, da Screenreader-Nutzer Links häufig isoliert vorgelesen bekommen.
Zählen auch Bild-Links als Linktext-Problem?
Ja. Verlinkt ein Bild ohne umgebenden Text, übernimmt dessen Alt-Text die Funktion des Linktexts. Fehlt der Alt-Text oder beschreibt er nicht das Linkziel, entsteht dasselbe Problem wie bei einem Link ohne aussagekräftigen Text.
Hat aussagekräftiger Ankertext einen direkten SEO-Effekt?
Suchmaschinen nutzen den Linktext als zusätzliches Signal dafür, worum es auf der verlinkten Seite geht. Ein präziser, thematisch passender Ankertext unterstützt daher die Einordnung Ihrer Inhalte, während generischer Text wie „hier" dieses Signal ungenutzt lässt.
EverAudit Redaktion
Fachredaktion für Web-Qualität, Barrierefreiheit und DSGVO. Wir prüfen jeden Ratgeber gegen die Kriterien unserer Audit-Engine.